Mmmhh… Die Rhabarberzeit hat schon begonnen! Da werden Kindheitserinnerungen wach – bei meiner Oma gab es häufig Vanillepudding mit Rhabarber-Kompott. Lecker! Leider ist dieser Kompott seit dem Tod meiner Oma bei uns etwas aus der Mode gekommen – meine Mutter hat nie Obst eingekocht und ich war bis vor kurzem auch nicht wirklich aktiv – aber das soll sich jetzt wieder ändern, und dafür habe ich hier ein paar Infos zum Rhabarber zusammengefasst.


Obst oder Gemüse?

Obst oder Gemüse? Rhabarber ist eigentlich ein Gemüse, wird aber häufig auch als Obst bezeichnet, weil die Zubereitung eher an Obst als an Gemüse erinnert. Genauer gesagt handelt es sich bei dem Rhabarber um eine Staude, die aus Asien stammt und die etwa seit dem 19. Jahrhundert in Europa als Speisepflanze kultiviert wird. Dabei wird der Rhabarber sowohl in Süßspeisen als auch in Kombination mit herzhaften Lebensmitteln verwendet.

Anbau
Rhabarber kann aus Samen gezogen werden, allerdings entstehen daraus häufig nur sehr mickrige Pflanzen. Aber wenn du im Herbst eine Pflanze kaufst und diese einpflanzt hast du gute Chancen, dass diese gut wächst und gedeiht. Alternative: Rhabarberpflanzen können auch geteilt werden, die ursprüngliche Pflanze wächst schon im nächsten Jahr wieder stark nach und die abgeteilte Pflanze kann sich ebenfalls entwickeln. Dabei kann einfach mit einem Spaten ein Teil der Pflanze abgestochen werden. Kennst du jemanden, der bereits eine starke Pflanze besitzt? Dann frag doch im Herbst einfach, ob er sie für dich teilt.

Rhabarber-Pflanze

Am besten eignet sich wie gesagt der Herbst als Pflanz-Zeit, aber wenn das mal nicht geklappt hat, kann der Rhabarber auch noch im frühen Frühjahr gepflanzt werden. Er sollte in nährstoffreichem und feuchtem Boden gepflanzt werden. Der Rhabarber liebt einen sonnigen bis halbschattigen Platz, da wird er sich gut entwickeln. Die Pflanzen werden mitunter größer als 1 Meter, daher sollte der Pflanzabstand zwischen zwei Pflanzen mindestens einen Meter betragen. Vor dem Pflanzen sollte ein großes Loch ausgehoben werden, das dann z.B. mit Kompost vorbereitet wird – so ist die Nährstoffversorgung gesichert. Nach der Ernte kann die Pflanze ebenfalls wieder mit frischem Kompost bedeckt werden.

Im ersten Jahr nach dem Pflanzen sollte der Rhabarber noch nicht geerntet werden, er benötigt erst einmal Zeit zum Wachsen und „Starkwerden“. Da er feuchten Boden mag, solltest du ihn ruhig hin und wieder gießen. Im zweiten Jahr kann die Ernte aber beginnen, häufig wird empfohlen auch im zweiten Jahr noch vorsichtig und nicht so lange, also nur bis Ende Mai, zu ernten. Rhabarber kann so bis zu 10 Jahre geerntet werden, danach empfiehlt es sich, die Pflanze umzusetzen. An diese Stelle sollte in den nächsten Jahren kein Rhabarber wieder gepflanzt werden. Da Rhabarber ein sogenannter „Starkzehrer“ ist, verträgt er im Frühjahr und nach der Ernte etwas Dünger. Als Dünger kommen Hornspäne, organische oder mineralische Dünger in Frage.

Die Blütenstände des Rhabarbers sollten ausgebrochen werden, da die Pflanzen sonst sehr viel Kraft in die Entwicklung der Blüten steckt und weniger in den Wachstum der Stängel.

Im Herbst werden die gelben Blätter abgeschnitten – jetzt wäre der richtige Zeitpunkt für eine Teilung! Achtet dabei darauf, dass jedes Stück eine Triebknospe hat.

Ernte
Frühjahr ist Rhabarberzeit – ab April kann geerntet werden. Es sollte immer maximal ein Drittel der Stangen geerntet werden, da die Pflanze sonst zu sehr geschwächt wird. Die Stangen sollten nah am Boden angefasst werden und dann abgedreht werden. Werden sie abgeschnitten, wächst der Rhabarber nicht so gut wieder nach. Damit die Pflanze nicht zu sehr geschwächt wird, sollte die Ernte Ende Juni enden, denn dann enthält der Rhabarber zu viel Oxalsäure – und zu hohe Mengen Oxalsäure sind für den Menschen nicht gut. Traditionell wird daher ab dem Johannistag – das ist der 24. Juni – kein Rhabarber mehr geerntet.

Die Oxalsäure ist auch der Grund für stumpfe Zähne nach dem Verzehr von Rhabarber, denn die Säure reagiert mit dem Calcium bildet einen stumpfen Belag auf den Zähnen. Wird das Gemüse mit Milchprodukten zubereitet, reagiert bereits das Calcium der Milch mit der Oxalsäure und bindet diese – so ist die Säure weniger belastend für den menschlichen Körper (s. http://www.verbraucherzentrale-bayern.de/Rhabarber-Keine-Angst-vor-Oxalsaeure).

Die Blätter des Rhabarber sind nicht zum Verzehr geeignet, sie sollten entfernt und zum Beispiel auf dem Kompost entsorgt werden.

Steckbrief

Die wesentlichen Punkte dieses Steckbriefs habe ich in diesem Steckbrief zusammengefasst:

Rhabarbersteckbrief

Rhabarbersteckbrief

Kennst du leckere Rezepte mit Rhabarber? Dann freue ich mich über einen entsprechenden Kommentar!