Suchst du auch manchmal nach den Gründen für dein Übergewicht und findest dabei immer wieder äußere Umstände, die dafür verantwortlich sind? Vielleicht der Stress bei der Arbeit, Krankheitsfälle in der Familie, Mobbing in der Firma, aufmüpfige Kinder, das Alleinsein, die Ungerechtigkeit der Nachbarn – Gründe gibt es viele!

Auch ich komme bei meiner Suche immer wieder auf solche Gründe. Vor ein paar Jahren war mein Vater schwer erkrankt und ich habe in den letzten Monaten seines Lebens 10 kg zugenommen. Ich dachte, ich könnte das Leben ohne übermäßiges Essen einfach nicht mehr ertragen. Mir würde die Kraft fehlen, um weiter tapfer an seinem Krankenbett zu sitzen. Und so kam es wie es kommen musste – meine mit Weight Watchers mühselig abgenommenen 7 kg waren ruckzuck wieder drauf, sogar noch etwas mehr. Aber ich war ja nicht schuld – schuld war die Krankheit meines Vaters! Ich war ein Opfer äußerer Umstände, auf die ich keinen Einfluss hatte.
Zugegeben, in solch einer Situation ist es sehr schwer, sich auf eine vernünftige Ernährung zu konzentrieren. All meine Aufmerksamkeit wurde für andere Dinge benötigt. Ich wollte für meinen Vater da sein, wollte ihn unterstützen und ihm Mut in einer hoffnungslosen Situation geben. Und doch war ich selbst es, die jedes Mal wieder entschieden hat, erst ein großes Spaghetti-Eis zu essen, bevor ich mich ins Krankenhaus wagte. Gleich danach habe ich noch am Kiosk ein paar Stücken Kuchen gekauft, es könnte ja sein, dass er mal Hunger hat. Dann hätte ich wenigstens etwas Leckeres dabei. Er hatte nie Hunger. Dann habe ich spätestens auf der Heimfahrt den Kuchen gegessen. Jetzt, vier Jahre später, habe ich die 10 kg immer noch auf meinen Hüften sitzen. Sogar noch etwas mehr. Und wer ist schuld?
Nun, das ist eigentlich egal. Aber die Energie, die ich bisher damit verschwendet habe, den Schuldigen zu finden, möchte ich jetzt lieber dafür einsetzen, an meinem Ziel zu arbeiten – denn ich allein bin zu 100% dafür verantwortlich, was ich aus dieser Situation mache.
Wie ist es bei dir – siehst du dich auch gern als Opfer der Umstände, auf deren Ausgang du keinen Einfluss hast? Denkst du auch manchmal, du hast einfach keine andere Wahl?
Wenn du erfolgreich abnehmen möchtest, musst du diese Opferrolle aufgeben und selbst handeln, denn du allein hast die Kraft, etwas zu ändern. Es muss aus dir selbst kommen – andere können dich zwar unterstützen, aber umsetzen musst du es!

Du trägst bereits alles in dir, was du für dein bestes Ich benötigst. Mastin Kipp

Es ist natürlich viel einfacher, die Schuld auf andere zu schieben, aber schauen wir der Wahrheit ins Gesicht: Es zwingt uns niemand, zu viel zu essen. Diese Erkenntnis schmerzt und ist mir persönlich auch unangenehm – aber ich denke trotzdem, dass sie richtig ist.
Doch wie kann ich eingreifen, wie kann ich das Ruder endlich wieder selbst in die Hand nehmen? Eigentlich ist es ganz einfach: durch das Treffen von richtigen Entscheidungen. Wir treffen täglich tausende Entscheidungen. Wann stehe ich auf? Welche Strümpfe ziehe ich an? Und welche Hose? Oder doch einen Rock? Was frühstücke ich? Was mache ich als erstes? So geht es den ganzen Tag weiter, Untersuchungen haben ergeben, dass wir täglich etwa 20.000 Entscheidungen treffen. Das Kunststück besteht darin, eine weise Wahl zu treffen.

Entscheidungen treffen

Ständig entscheide ich mich also für oder gegen etwas. Ich selbst kann diese Entscheidungen steuern, wenn ich mir ausreichend Zeit dafür nehme. In vielen Situationen handle ich quasi automatisch, das trifft auch auf das Essen zu. Wenn ich in die Küche gehe, gehe ich automatisch an den Kühlschrank, mache die Tür auf, nehme mir ein Stück Käse und esse es. Da denke ich nicht viel nach, sondern mache es einfach. Aber – wenn ich mein Bewusstsein einschalte und achtsam bin, könnte ich vorher über vieles nachdenken:
  • Warum möchte ich jetzt Käse essen?
  • Habe ich Hunger?
  • Ist es nur die Gewohnheit?
  • Hilft mir der Käse dabei, mein großes Ziel zu erreichen?
Und dann ist es eben meine eigene Entscheidung, ob ich den Käse esse oder nicht. Wenn ich mich dafür entscheide obwohl ich keinen Hunger hatte, akzeptiere ich, dass ich mein Ziel erst später erreichen kann. Dann ziehe ich die kurzfristige Befriedigung eines Bedürfnisses der langfristigen Befriedigung der Zielerreichung vor. Und wenn das zu häufig passiert, erreiche ich mein Ziel überhaupt nicht. Aber es bleibt grundsätzlich meine Entscheidung – ich kann mich genauso gut für das langfristige Ziel entscheiden.
Ich glaube fest daran, dass dieser Weg erfolgreich sein wird: Jeden Tag treffe ich ein paar Entscheidungen, die zu einem gesünderen, schlanken Leben führen werden. Und durch viele kleine Schritte komme ich dem großen Ziel jeden Tag etwas näher.

There are no limits to what you can achieve when you are in the driver’s seat. Natalie Macneil

Frei übersetzt: Wenn du selbst auf dem Fahrersitz sitzt, kannst du alles erreichen!
Was ist mit dir, übernimmst du ab heute auch die Verantwortung für dein Leben und triffst deine Entscheidungen bewusst und aufmerksam? Teile mir deine Meinung in den Kommentaren mit – ich freue mich darauf!
Liebe Grüße
Nicky