Vor ein paar Tagen sind wir mit ein paar befreundeten Familien in den Ski-Urlaub gefahren. Wir haben ein großes Ferienhaus gemietet und dort mit 10 Erwachsenen und 10 Kindern einen wunderschönen Urlaub verbracht. Ich hatte mich natürlich schon lange auf den Urlaub gefreut, das Wetter war schön und die Fahrt war auch ganz stressfrei verlaufen. Am Ferienhaus angekommen wurden wir von der Vermieterin empfangen – leider verlief diese Begrüßung nicht ganz so, wie man es erwarten würde. Statt eines „Herzlich willkommen, hatten Sie eine gute Reise?“ wurden uns nur unfreundliche Begrüßungsworte und Verhaltensregeln entgegen geschleudert. So möchte man seinen Urlaub nicht beginnen…. Doch was hat Dankbarkeit mit dieser Geschichte zu tun?

Nun, ich habe mich über die Vermieterin aufgeregt. Da reist man so viele Kilometer, um ein paar schöne Tage im Urlaub zu verbringen. Da bezahlen wir so viel Geld, schließlich lebt die Dame doch von uns. Ich habe doch nur ein paar Tage Urlaub – und dann vermiest die uns die Tage mit diesem unfreundlichen Empfang. Und durch die strengen Verhaltensregeln unterstellt sie uns, ihr Eigentum ruinieren zu wollen. Ich konnte mich stundenlang in diese Gedanken hineinsteigern. Immer wieder haben wir über diese Thema geredet – bloß unsere Urlaubslaune hat sich dadurch nicht verbessert!

Negative Erlebnisse können einen ganz schön aus der Bahn werfen! Die Gedanken kreisen immer wieder um dieses eine Ereignis.
  • Warum war der Kollege so gemein zu mir?
  • Warum erwischt es immer mich?
  • Warum ist die Welt so ungerecht?
Durch diese Fragen geht es mir aber nicht besser, sondern ich ziehe mich selbst in einen regelrechten Negativ-Strudel hinein. Ich fokussiere all meine Gedanken auf die Ungerechtigkeiten in meinem Leben und meine Laune wird immer schlechter. Was für eine Verschwendung wertvoller Ressourcen! Abgesehen von meiner immer schlechteren Laune fühle ich mich klein, unglücklich und wertlos. Ich versinke quasi im Selbstmitleid – aber hilft mir das weiter?
Was würde passieren, wenn ich diese negativen Gedanken abwürgen könnte und stattdessen immer mehr positive Gedanken in mein Leben einfließen lassen könnte, z.B. Dankbarkeitsgefühle?
Wissenschaftliche Studien haben bewiesen, dass Dankbarkeit – aber auch Neugier, Optimismus oder positives Denken im Allgemeinen – zu größerer Lebensfreude führen. Andererseits ist es auch wissenschaftlich bewiesen, dass durch ständiges Grübeln und negative Gedanken die Lebensfreude deutlich sinkt. Wenn das so einfach ist, sollte man doch unbedingt mehr Dankbarkeit und mehr positives Denken in seinen Alltag einfließen lassen – oder? Der Philosoph Seneca hat das bereits kurz nach Christi Geburt praktiziert.
“Ich bin dankbar, nicht weil es vorteilhaft ist, sondern weil es Freude macht.” Lucius Annaeus Seneca, ca. 4 v. Chr. – 65 n. Chr.
Unser Körper reagiert auf positive Ereignisse und Gefühle mit dem Aussenden körpereigener Glücksbotenstoffe, die sich wiederum positiv auf unseren Körper auswirken. Sie können z.B. Krankheitsverläufe positiv beeinflussen, Stress abbauen und sogar beim Abnehmen helfen. Das klingt für mich sehr logisch, zumal ich vor einigen Jahren erlebt habe wie es ist, in einem negativ geprägten Umfeld zu arbeiten. Ein schlechte Arbeitsatmosphäre, Ungerechtigkeiten, unzufriedene Kollegen und mangelnde Akzeptanz führten bei mir zu einen kritischen gesundheitlichen Zustand – von einer Depression war ich damals nicht mehr weit entfernt. Zum Glück brachte ein Arbeitsplatzwechsel in dieser Situation eine deutliche Verbesserung.
Doch wie kann ich Dankbarkeit oder Glücksgefühle als festen Bestandteil in meinen Alltag integrieren?
Wie wäre es mit einem Dankbarkeits-Tagebuch? Suche dir eine schönes Notizbuch aus, das du gern in die Hand nimmst – ich habe eines von eigengut aus dem Dawanda-Shop. Abends vor dem Schlafengehen überlegst du kurz – wofür kannst du an diesem vergangenen Tag dankbar sein? Mindestens drei Dinge solltest du dir notieren. Anfangs fällt es dir vielleicht schwer Dinge zu finden, aber auch Kleinigkeiten zählen! Schon bald wirst du geübter darin werden und dir werden deutlich mehr als drei Dinge einfallen. Durch das Schreiben des Dankbarkeitsbuches wirst du  verstärkt an die schönen Dinge in unserem Leben denken, du fokussierst dich darauf. Das führt zu einer erhöhten Zufriedenheit, denn Dankbarkeit ist ein schönes, beruhigendes Gefühl – probiere es doch einfach mal aus!
Und wenn es dir mal schlecht geht, nimm das Buch zur Hand und blättere darin. Dann wird deine Laune schon bald wieder besser sein! Und zum Abschluss möchte ich noch kurz ein Zitat aus dem Podcast von Michael Hyatt erwähnen. Am Ende des Podcasts schließt die Moderatorin Michele Cushatt die Aufnahme immer mit folgenden Worten ab:
„Remember: Your life is a gift. Do what matters!” Michele Cushatt
Schöner kann man es nicht sagen und es fällt mir schwer, für den zweiten Teil die richtige Übersetzung zu finden. Aber schon der erste Teil stimmt mich nachdenklich – Dein Leben ist ein Geschenk. Wissen wir das immer ausreichend zu würdigen, sind wir jeden Tag dankbar für dieses Leben? Ich für meinen Teil arbeite daran – mit meinem Dankbarkeitstagebuch!